Orchester der Landesregierung
Düsseldorf e.V.

 
 
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Mein Weg zum OdL

Das Glück, die zweite Geige zu spielen

"Spiel doch noch einmal 'Ännchen von Tharau' für mich", pflegte mein Großvater zu mir zu sagen, wohl der einzige Bewunderer meiner "Künste" am Pianoforte, als ich noch ein Knabe war. Das Instrument, ein Erbstück, stand nun einmal im elterlichen Hause, damit schien ausgemacht: "Der Älteste wird einmal Klavier lernen".

Der Zeitaufwand beim Üben mit dem Privatlehrer kam der schulischen Leistung zugute, und die so erworbenen musikalischen Kenntnisse waren bei der Teenager-Karriere als Sologitarrist einer Hinterhofband sehr behilflich.

Erst viele, viele Jahre später tat sich mir für die Musik ein "zweiter Bildungsweg" auf: Mein fünfjähriger Sohn begann, die Violine zu streichen, und ich wagte es mit fast vierzig, mich für dieses Instrument zu interessieren, war es doch wie die Gitarre ein Saiteninstrument; die Handhabung konnte doch nicht schwer sein, und außerdem ist die Geige ein Tutti-Instrument, mit dem man - insbesondere ich - nicht unbedingt als Solist glänzen muss! Ersteres stellte sich als Trugschluß heraus, letzteres ist für mich heute noch eine Beruhigung. So zogen in unserem damaligen Wohnort Bad Dürkheim Vater und Sohn jahrelang mit kleiner und großer Violine in die städtische Musikschule zum Unterricht, erfuhren eine vorzügliche Ausbildung und sammelten Ensemble-Erfahrung. Im Vororchester und später im Musikschulorchester waren wir jüngster und ältester Eckpfeiler, und mein künstlerisches Lebensziel (" 2. Geige, letztes Pult") erreichte ich im Kammerorchester Bad Dürkheim e.V. 
Viele schöne Stunden des gemeinsamen Musizierens waren uns gegönnt, zumal meine Frau (mit Querflöte) und später unser Jüngster am Cello sich dazu gesellten. Auch der berufliche Wechsel nach Düsseldorf wurde für alle Familienmitglieder durch die Musik leichter: wir fanden musikalische Bestätigungsfelder und damit einen neuen Bekanntenkreis, und ich bin glücklich, dass man im Orchester der Landesregierung die "Planstelle" für einen Seiteneinsteiger in der dritten Reihe der 2. Violine frei hatte.

Dr. Wolfgang Gettmann

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