Was wir so lesen ...

Hallo liebe Orchestermitglieder,

 

und wieder was Neues.
Warum schon wieder?

 

Nun, ich habe mir in letzter Zeit zwei neue Bücher gegönnt, bei denen es sich aus meiner Sicht lohnt, sie zu kennen und zu lesen. Zu den Einzelheiten werde ich bei den einzelnen Titeln noch was schreiben.

Ich kann mir vorstellen, dass jeder von Euch schon mal ein Buch in der Hand hatte und gelesen hat, von dem er meint, dass könnte auch andere interessieren.

Schickt mir einfach Titel und Verfasser und eine kleine  p e r s ö n l i c h e  Beschreibung, wie Ihr drauf gekommen seid und was daran toll ist. Möglichst auch das Auflagejahr, damit man beurteilen kann, ob das noch im Handel verfügbar ist.

medien@odl-online.de

 

Noch ein Hinweis:
Wenn in der Folge zum Beispiel von YouTube oder Amazon die Rede ist, handelt es sich um eine von vielen Möglichkeiten. Es soll sich dabei nicht um ein Anpreisen handeln, sondern nur um eine Möglichkeit der Beschaffung oder Kenntnisnahme.

Jetzt geht es los.

# 1 (günni pi)

Ein Jahr voller Wunder – Klassische Musik für jeden Tag
Clemency Burton-Hill

Diogenes 2019, zum Beispiel bei Amazon 25,-€, auch Kindle und Taschenbuch

Die Anregung zum Kauf erhielt ich beim Autofahren über einen Buchtipp von Elke Heidenreich. In dem Buch ist für jeden Tag des Jahres ein Musik-Stück empfohlen, dass man sich regelmäßig auf YouTube ansehen und anhören kann. Dazu gehören zum Beispiel auch unsere beiden Morricone-Stücke aus dem Konzert. Die Verfasserin ist preisgekrönte Violinistin sowie Radio- und Fernsehmoderatorin. Für mich sind einige Stücke wirklich neu, gerade wenn es in den Barock oder weiter zurückgeht, aber alles interessant und gut hörbar. Für mich persönlich erweitert es den Horizont.

# 2 (günni pi)

 

Liebestod – Wagner Verdi Wir
Prof. Dr. Holger Noltze

Hoffmann und Campe 2013, auch bei Amazon 24,99€, auch Kindle

Hier muss ich etwas weiter ausholen. Beim Surfen im Internet stieß ich auf die Seite eines Streaming-Dienstes, der hochwertige Aufnahmen klassischer Musik anbietet. Beim Hin- und Herklicken auf der Seite fand ich auch einen der Mitbetreiber und Mitgründer, den Verfasser.

Sofort interessiert hat mich der hier genannte Titel. Ich bin im Bereich Oper – soweit es nicht Wagner ist – eher unterbelichtet, also so eine Art Wagnerianer, nicht militant und mit 3% Offenheit für andere Komponisten. Verdi kenne ich eigentlich nur von den zwei oder drei Auszügen, die man kennen muss.

 

Dieses Buch vergleicht die beiden, stellt die Lebensläufe vor, den Weg zum Erfolg, die gegenseitige Beziehung (sie haben sich nie getroffen), den gesellschaftlichen Kontext des 19. Jahrhunderts und stellt die beiden Grundideen ihres Werkens vor. Es zeigt auch, dass beide die Oper weiterentwickelt haben, auch wen der eine die musiktheoretische Ausbildung durchlaufen hat und der andere mehr oder weniger Autodidakt war.

 

Ich gebe zu, dass mich gerade die Inhalte zu Verdi tief beeindrucken, dass man ihn versteht und auch viele Dinge, die einem verborgen bleiben. Vor allem fördert es den Anreiz, sich das tatsächlich auch mal anzuhören.

Das Buch ist nicht durchgängig leicht zu lesen, vor allem für Musiktheorie-Legastheniker an einigen Stellen überfordert, wenn man nicht die Musik dazu nimmt. Ich kann es nur dringend empfehlen.

# 3 (Dagmar B.)

Bin ich normal, wenn ich mich im Konzert langweile? Untertitel: Eine musikalische Betriebsanleitung

Christiane Tewinkel

Verlag Dumont, 9,99€ als Taschenbuch (erschienen 28.02.2005)

 

Dieses Buch klärt Fragen, die uns, aber vielleicht auch unsere (potenziellen) Konzertbesucher interessieren:
Warum soll man zwischendurch nicht klatschen dürfen?
Warum darf ich im Konzert nicht essen, im Kino geht es doch auch?!

Wie lässt sich beurteilen, ob jemand gut spielt?
Was finden Leute an der Oper?

Wie spielt man Klarinette oder Cello?

Könnte man nicht statt eines Dirigenten ein Metronom vor das Orchester setzen?

Seit wann gibt es klassische Musik – und wie lange noch?

 

Das ist nur eine kleine Auswahl, und die Antworten sind sachlich informativ, aber dabei mit einer Prise Humor gewürzt.

Klare Empfehlung!

Fortsetzung folgt ...

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